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Mehr Elektrizität zu welchem Preis? Ein Fallbeispiel aus Brasilien.

16. November 2021


Ein kritischer Blick aus Brasilien.

Norberto Filho, unser brasilianischer Trainer für das Projekt „Bridging Cultures“, sprach während seiner Workshops in verschiedenen Berliner Gymnasien über das Ziel für nachhaltige Entwicklung "Verantwortungsvoller Konsum und Produktion" (SDG 12) und das Ziel "Klimawandel" (SDG 13). Angelehnt an diese Themen stellt er in diesem Artikel die brasilianische Situation in Bezug auf die Energieproduktion und ihre Auswirkungen auf das Klima vor.

By Norberto Filho

Elektrizitäts- und Energiegewinnung sind zwei der am häufigsten genannten Themen, wenn es um Klimafragen geht. Fossile Brennstoffe spielen immer noch eine große Rolle im Bereich der globalen Energiegewinnung und haben einen direkten Einfluss auf die Emission von Treibhausgasen und somit den Klimawandel. 
 

Ein Beispiel, welches es sich lohnt, kurz zu betrachten ist Brasilien: die großen und wasserreichen Flüsse des Landes sind der Grund, dass Wasserkraft die wichtigste Energiequelle des Landes ist. Über 63% der im Land genutzten Energien werden durch Wasserkraft gewonnen. 
Folglich kann die Frage gestellt werden, ob diese Nutzung von Wasserkraft Brasilien das Recht gibt, nicht ausführlich über das Klima und umweltfreundlichere Energiegewinnung nachdenken zu müssen. Und ist es daher gerechtfertigt, anderen Ländern bei der Erforschung erneuerbarer Energiequellen zuzuschauen? Die klare Antwort lautet „Nein“ und das sind die Gründe: 

Zum einen kann die hohe Abhängigkeit von Wasserkraft durch den Klimawandel beeinflusst werden und zum anderen haben auch die Staudämme zur Energiegewinnung Nachteile für Umwelt und Mensch.  
Ein Phänomen, welches durch den Klimawandel schon jetzt ein großes Problem darstellt - ist die Trockenzeit. Durch das verändernde Klima ist diese schon jetzt intensiver und länger, wodurch die Wasserversorgung zum Problem wird und wurde und dies führte wiederum zum Problem der Energieversorgung.  

Warum jedoch werden die Dürreperioden immer intensiver? Den größten Einfluss auf die Regenzeit hat der Amazonas Regenwald, der sich größtenteils im wenig besiedelten Norden Brasilien befindet. Trotz seiner Lage im Norden des Landes beeinflusst er die Niederschlagsraten auch in den Städten, die über hunderte von Kilometern entfernt liegen. Deshalb stellt gerade die Abholzung des Amazonas ein großes Problem dar. Es hat extreme Auswirkungen auf das gesamte Land. 

Auch wenn Brasilien als Vorreiter im Bereich der Wasserkraft betrachtet werden kann, sollte das Land die Auswirkungen sehen, die die Abholzung des Amazonas Regenwaldes hat und sich somit auch der Probleme für die Wasserversorgung und Energiegewinnung bewusst sein. 
Bei der Suche nach erneuerbaren Energien sollte das Land aber auf den Bau von Staudämmen verzichten. Denn der Bau bringt oftmals ökologische und soziale Probleme mit sich.  

Ein Beispiel, dass all die Probleme aufzeigt, ist das Werk in Belo Monte im Bundesstaat Pará. Das Projekt hatte Einfluss auf das Leben und den Lebensraum vieler indigener Völker. Von Anfang an waren sie gegen das Projekt, da es einerseits einen negativen Einfluss auf die Umwelt hat und andererseits einen Großteil des Landes ihrer Vorfahren zerstörte. Das Projekt war Sinnbild für die menschliche Zerstörung des Regenwaldes: Flüsse wurden gestaut, die Natur und der Lebensraum zerstört. Es muss sich daher die Frage gestellt werden, ob all diese negativen Folgen, durch die Gewinnung von Energie gerechtfertigt werden können. 

Generell wurde bei der Entscheidungsfindung die Meinung der indigenen Völker nicht gehört, da sie eine Minderheit in Brasilien darstellen. Jedoch sind sie mit dem Land eng verbunden und haben seit Jahrhunderten den Regenwälder Südamerikas besiedelt. Durchgeführte Studien belegen, dass das Land, welches von ihnen bewohnt ist, in einem sehr guten Zustand ist.  

Es ist daher an der Zeit die Erhaltung des Amazonas zu priorisieren: die Einflüsse des Klimawandels sind längst spürbar und die Erhaltung darf nicht nur ein Anliegen der indigenen Völker sein, sondern muss von allen Menschen wertgeschätzt werden. 
Es gilt, den Amazonas als lebenswichtigen Teil der Menschen weltweit, als eine Form der Risikoprävention und als Schlüssel zur gesellschaftlichen Entwicklung zu betrachten; nicht als Hindernis für veraltete Fortschrittsansichten. 

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